Chörli

Chörli-Chronik

(Guido Wigger)

Es war am Samstag 13. Januar 1996 als sich drei singfreudige, unternehmungslustige Beueler, der vierte im Bunde war leider verhindert, zusammenfanden, um im Aufnah-mestudio von Dani Klausner in Waldhäusern den ersten Schritt zur Entstehung eines ‘Chörlis’ einzuleiten. Stark beeindruckt von all den technischen Apparaten versicherte uns Dani, dass man mit all diesen Geräten beinahe jeden zu einem Sänger modulieren könne. Für unser Unterfangen bestand also von allem Anfang an berechtigte Hoffnung. Die Anwesenden Toni Suter, Joe Lang und Guido Wigger versuchten nun, auch im Sin-ne des vierten Mitgliedes, Raphael Blunschi, das weitere Vorgehen mit Dani Klausner abzusprechen. Es sollten Übungskassetten entstehen, sodass wir mit wenigen Proben auskommen können. Dani erklärte sich bereit, drei Gospels für uns zu arrangieren und aufzunehmen.

Wie es sich gehört, begiesst man solch einen Neubeginn unter Kollegen bei einem an-gemessenen Trunk. Alle vier bestellten einen Café-Crème! (Die Turnprobe vom Freitag liess grüssen). Als Dani den Vorschlag zu dieser Chronik machte, hatte Joe einen Geis-tesblitz besonderer Art. Seine erste Reaktion war, bei der Serviertochter unverzüglich und ohne Vorwarnung vier ‘Zwetschge’ zu bestellen. Sein Kommentar: „Chasch jo ned ä Chronik schriibe, wo mit vier Kafi-Crème afod…..“. Jedenfalls läuteten diese vier ‘Zwetschge’ den folgenden Theaterabend in Beinwil gebührend ein!

Eine Woche später trafen sich wiederum drei des Chörlis – Raphi und Guido hatten die Rollen getauscht – bei Dani ein, um die Gospel auszuwählen und ein erstes Mal zu pro-ben. Da der Schreibende nicht anwesend war, sind keine besonderen Vorkommnisse bekannt.

Nach Erhalt der Kassetten machten wir uns daran, mehr oder weniger intensiv zu üben.

Die verwandtschaftlichen Beziehungen von Raphi ermöglichten uns den ersten Auftritt. Nur, unsere Gospels waren noch nicht so weit gediehen, dass wir es wagen konnten, an die Öffentlichkeit zu gehen. So entschlossen wir uns für diesen ersten Auftritt, unsere altbekannten Lieder zum Besten zu geben. Doch auch diese verlangten nach einigen Proben.

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Die erste davon schien unter einem ganz ungünstigen Stern zu stehen. Toni feierte seinen 30. Geburtstag mit etwas Verspätung am 12. 4. nach der Turnprobe. Drei der Sänger, diesmal fehlte Joe, der von der genauen Probezeit noch nichts wusste, waren an diesem Anlass dabei. Dass dieser nach der Polizeistunde noch nicht fertig war, ist eigentlich selbstverständlich. Bei Toni zu Hause kamen wir dann auf die Idee, Joe noch zu benachrichtigen. Schliesslich durfte er die Probe vom folgenden Tag nicht verpassen. Gesagt, getan, es wurde telefoniert. Alex, Joes Freundin, eine sonst sehr verständige Person, nahm den Hörer nicht gerade erfreut ab. Kein Wunder, es war um 300 Uhr! Jedenfalls hatte sie ein Einsehen mit Joe und wollte ihn nicht wecken! Wir waren nun zufrieden, alle wussten von der Probe!

Nicht verwunderlich, dass Joe der erste war, der am Samstag bei Toni um 1000 Uhr eintraf. Wenn auch Toni und Guido etwas angeschlagen waren, auch sie waren in irgendeiner Form anwesend. Einer fehlte, was ja eigentlich der bisherigen Quote entsprechen würde. Nur, diesmal war es der Organisierende. Ein kurzes Telefon, man beachte, es war nach 1000 Uhr, genügte, um den Siebenschläfer an seinen Termin zu erinnern. Als Raphi zur Tür herein kam, glaubte wohl keiner daran, dass er an diesem Tag auch noch singen würde. Unter seiner Baseball-Mütze konnte man gerade zwei kleine Striche erkennen, ich glaube, es waren Augen! Ein Wunder, dass er den Weg so schnell gefunden hatte. Die folgende Probe war dann nicht ganz so erfolgreich, aber sehr lustig.

Natürlich übten wir auch seriös für unser erstes Engagement, das auf dem Herlisberg an der Hochzeit von Raphi’s Schwägerin stattfinden sollte. Und ohne zu übertreiben: es klang immer besser!

Zwei Wochen vor dem Auftritt überlegten wir uns, was wir überhaupt anziehen sollten. Hemd, ‘Chutte’, schwarz, rot, blau, grün oder eventuell sogar weiss. Es ging hin und her. Doch wie es bei Männern so üblich ist, irgendeinmal können sie sich einigen und so war’s auch bei uns: Eine schwarze ‘Chutte’ mit Verziehrungen erschien uns als passendes Stück. ‘Muetter’ Wigger hatte sich vorgängig als Sponsorin angeboten und wir mussten natürlich nicht lange überlegen: dankend nahmen wir Josy’s Angebot an. Die Sache gerade selber in die Hand nehmend, scheute sie sich nicht, sogar am Sonntag den Laden in der Nähe von Knonau aufzusuchen und prompt konnten Josy und Chlois das Gewünschte einkaufen. So war also auch dies für den Auftritt bereit.

Am Samstag , dem XX. 4. 1996 war es dann soweit. Alex, unser erster Fan (sorry, dafür gibts keine weibliche Form) Joe, Toni und Guido fuhren zusammen auf den Herlisberg, wo Raphi als Hochzeitsgast bereits auf uns wartete. Nach einem kühlen Bier, oder zwei, sangen wir uns in einem heimeligen Keller ein. Ein bisschen nervös waren wir wohl alle, aber der Auftritt gelang sehr gut. Nach dem ersten Lied, ‘Hitta gohts gäg Flüenalp uife’, stellte uns Raphi gekonnt vor. Nach ‘I ben e Älplersbueb’ wollte uns der Tafelmajor bereits aus dem Saal beordern, doch das schroffe ‘Nei!!!’ von Raphi liess ihn sofort verstummen. Den Abschluss machten wir mit ‘Kamerade’, das wir alle unbedingt noch singen wollten, es war doch unser bestes Lied. Die anwesenden Gäste, zum Teil sehr ‘ur-chigi Cheibe’ sangen und jutzten mit und die Stimmung war danach sehr gut. Ein super Gefühl!

Nun hatten wir ein Most verdient und alle waren zufrieden. So kann es ruhig weiter gehen. Genau solche Momente wünschen wir uns für unser Chörli!

Am 25. Mai wollten wir uns bei Josy für die gespendeten ‘Chutten’ bedanken, hatte sie doch an diesem Tag Geburtstag. Nicht ganz frisch vom Vorabend, es war Turnprobe, gaben wir dennoch unser Bestes. Die Jubilarin hatte grosse Freude und spendierte noch eine kalte Platte. Joe schien dabei ganz zu vergessen, dass er an diesem Abend auch noch Alex’ Kochkünste geniessen durfte, hatte sie doch Gäste eingeladen. Joe war gerade am Gehen, als eine wohl nicht ganz zufriedene Alex anrief. Doch Joe hat so viel Charme, dass er schon ein wenig überziehen durfte!

Nach dieser ersten, belebteren Zeit, wurde es ein wenig ruhiger. Kein Wunder, waren doch alle als Turner am Eidgenössischen Turnfest in Bern im Einsatz. Erfolgreich mit 119.58 Punkt liess es sich inmitten der anderen Turner sehr, sehr gut singen.

Kurzfristig bescherte uns Alex im Juli einen Auftritt im Restaurant auf dem Niesenberg, wo sie als ‘Tätschmeischteri’ wiederum zwei Glückliche an Ihrem schönsten Tag begleitete. Diesmal wartete Joe schon ungeduldig auf uns drei. Der Auftritt gelang ebenfalls sehr gut, verpatzte uns doch diesmal niemand unseren Anfangsgag und am Ende durften wir aufhören, wann es uns passte. Im Restaurant erfreute uns das Hochzeitspaar mit einer grossen, kalten Platte (Alex kannte uns eben)!

Danach folgte das Kantonale Schwingfest, das vom Turnverein Beinwil organisiert wurde und viel Arbeit verlangte. Raphi stand zudem unter Prüfungsstress, wollte er doch einen Berufsabschluss machen. So machte das Chörli Pause, um nachher mit noch grösserem Elan zu singen und miteinander anderen Menschen eine Freude zu machen und sie selber zusammen zu erleben!

Am 16. November trafen sich die vier Sänger wieder. Mit eingerosteten Stimmen und nicht mehr ganz so sicher im Tonabnehmen versuchten wir, ob unsere angestammten Stücke noch klangen. Zum ersten Mal versuchten wir uns allen Ernstes an einem Gospel: Rocka my Soul. Bereits bei diesem Kanon merkten wir, dass es nicht so einfach sein wird, einen Gospel in seiner Eigenart zu interpretieren. Aber von Nichts, kommt Nichts und so machten wir uns mehr oder weniger regelmässig daran, zu üben. Auch der Song ‘Swing low, sweet chariot’ wurde ins Repertoire aufgenommen.

An Silvester 1996 verbrachten drei Viertel des Chörlis den Abend bei Toni. Ein gemeinsamer Auftritt am Geburtstagsfest von Moritz Blunschi war der Auslöser, den Helen und Toni gerade mit einer Einladung ausgarnierten. Verschiedene Spaghettisaucen wurden vorbereitet, ein reichhaltiges Dessert schloss den gefrässigen Abend ab. Um Mitternacht musste die Vize-Kirchverwalterin zum Neujahr die Glocken in Bewegung setzen. Um sie zu überraschen, gingen die anderen etwas später in die Kirche und brachten ihr ein Ständchen. Nach dem zwölften Glockenschlag, einem Glas Sekt und den obligaten guten Wünschen, sangen Joe, Toni und Guido das ‘Veieli’ in der leeren Kirche. In all den Jahren hat der Schreibende ein Neujahr nie stimmungsvoller begonnen.

Nach diesem Abend wurde es wieder ruhig ums ‘Chörli’ denn wieder stand ein Mitglied vor Prüfungen. Im Frühjahr versuchten wir mit einem Inserat, eine geeigneten fünften Mann zu finden, der uns gerade noch etwas mehr beibringen sollte. Und prompt gab es einen Interessierten. XX aus Einsiedeln kam an einem Samstagnachmittag vorbei und hörte sich mal an, wo das Niveau lag und welche Vorstellungen wir von der Zukunft hätten. An diesem Nachmittag hatte das Chörli allerdings nicht seinen besten Auftritt. Nicht unbedingt gesanglich, aber irgendwie zeigte es sich da, dass die Meinungen etwas auseinander gingen. Wollen wir mehr oder reichen ein paar Proben und gemütliches Beisammensein, verbunden mit ein paar Auftritten. Jedenfalls waren wir uns nicht so einig, und wenn einer ein Gespräch quasi allein führen muss, dann überlegt er es sich wohl zweimal, ob er für solche, an diesem Tag bestimmt ‘komische Kauze’ Zeit opfern will. Jedenfalls wurde nichts aus dem fünften Mann.

Der Geburtstag von Joe’s Vater Armin war unser nächster Auftritt. Seit diesem Tag wissen wir, dass es eine grosse Herausforderung ist in einen Stall hinein zu singen und dabei nicht unterzugehen. Gerne hätten wir einem langjährigen Sänger noch schönere Musik geboten, aber zu gross war der Kampf. Nachher gab’s etwas vom Grill vom ‘Gody’, der es unwahrscheinlich versteht, aus verschiedenstem rohen Fleisch, ungeahnte Delikatessen zu grillieren. Da ist also jeder ein Banause, welcher mit Salaten den Appetit zu Grunde richtet.

Am Silvester 1997 organisierten Joe und Sepp Suter einen, wie man hörte gelungenen Anlass an dem der Schreibende leider nicht teilnehmen konnte. Er hofft auf ein ‘Remake’! Ein weiterer Höhepunkt bahnte sich im Frühjahr 1998 an. An der Turneraufführung wollten wir etwas zum Besten geben, passte doch das Thema ‘Schwiiz pur’ vollkommen zu uns! Raphi konnte leider nicht mit von der Partie sein, da er die Ansage des gesamten Abends übernommen hatte. So musste ein vierter Mann her. Zu überlegen brauchten wir wirklich nicht lange. Werni Häfliger war ohne Zweifel unser Mann. Er war dann auch bereit, es mit uns zu versuchen. Wie gewohnt, wussten wir ja schon länger von diesem Auftritt. Richtig damit befasst haben wir uns aber erst Ende Januar. Ja, es waren ja noch fast zwei Monate bis zur Aufführung.

Die Liederwahl war nicht einfach. Nach längerem Hin und Her einigten wir uns auf den ‚Kiosk’ von Polo Hofer, Flüenalp und Älplersbueb. Begleitet wurden wir beim dritten Stück von der Mutter von Marco Villiger. S’Alpechalb von Ruedi Rymann wollte Werni einfach nicht gefallen und so liessen wir es solidarisch sein. Für den ‚Kiosk’ wurde es schwierig, die geeignete Begleitmusik aufzustöbern. Wiederum half uns Dani Klausner aus der Patsche und kreierte eine solche. Jeder von uns vieren hatte eine Strophe Solo und der Refrain wurde zusammen gesungen. Es wurden die Einsätze geübt, die Gesten besprochen und vor allem wurde ausprobiert, wie man mit einem Mikrophon singen muss. Dabei gab es sehr lustige Posen und Stellungen zu beobachten, einfach nahe mit dem Mund am Mikrophon! Mit der geeigneten Bekleidung und Beleuchtung, einer Zigarette im Mund und einem Most in der Hand gings dann auf die Bühne! Wir hatten grossen Erfolg und wenn einige ein Most mehr getrunken hätten, hätten wir als Zugabe durchaus Alperose singen können. Aber im Alter wird man eben seriös, gäll Werni!

Jedenfalls gefiel es unserem Baba bei uns und wir konnten ihn überreden, dass er weitermacht, auch wenn Raphi wieder ‚back’ war. Wir waren jetzt also fünf! Das 1998 war für die Wigger’s ein Heiratsjahr. Beide ‚Buben’ segelten in den Stand der Ehe, der Jüngere ein wenig schneller, der Ältere langsamer. Ich denke dabei mit Freude an unsere stimmungsvolle Hochzeit zurück, welches unter anderem auch vom Chörli und den Turnkameraden geprägt wurde!

Die Hochzeit meines Bruders werden wir vom Chörli wohl nie mehr vergessen. Wir wurden angefragt, ob wir das eine oder andere Lied aus der Jodlermesse singen würden, das Wallischwiler Wahlfahrtslied und sonstige Kirchenlieder. Voller Überzeugung sagten wir ja. Dass es eine grössere Herausforderung werden würde, war uns allen klar. So überlegten wir uns, wer uns dabei helfen könnte. Toni erinnerte sich an einen ehemaligen Schulkollegen, Stephan Schüpbach, welcher den Jodelklub Üezwil leitete und der uns in unserer Lage sicher helfen könnte.

Gesagt, getan. Die Anfrage wurde gestartet und da Stephan eben auch ein ganz spontaner Typ ist, hörte er sich unsere Möglichkeiten einmal an. Was ihn dazu bewogen hat, dass er dieses beinahe Himmelfahrtskommando übernommen hat, weiss man nicht. Die unglaublichen Überredungskünste von Toni, der unübertreffliche Optimismus von Werni, die direkte Art von Raphi, die gelungenen Sprüche von Joe oder hat er wirklich die tief in uns schlummernden Qualitäten schon richtig eingeschätzt: gutes Essen, Gemütlichkeit und klangliche Entwicklungsmöglichkeiten! Er blieb auch nach der ersten Probe und so versuchten wir bis am 27. September uns möglichst gut vorzubereiten. Es kam der Tag und eigentlich deutete nichts auf etwas Aussergewöhnliches hin. Um es kurz zu machen: seit diesem Tag hat es in der Wallischwiler Kapelle für die nächsten hundert Jahre keine Mäuse mehr! Geschlagen standen wir vor der Kirche und überlegten uns, wie wir das wohl jemals wieder gut machen können.

Diesen Schock mussten wir erstmal verdauen. In dieser Phase erstaunte Stephan ein zweites Mal. Es liess uns nicht einfach sitzen, sondern übte mit uns weiter! Jetzt war wohl sein Ehrgeiz erst richtig angestachelt. Aus einem Haufen nicht ganz so begnadeter Johler richtige Sänger und Jodler zu machen – das war nun sein neues Ziel. Verschiedene Auftritte folgten, bei denen wir uns nicht wieder schämen mussten. Unterstützt wurden wir neuerdings von Michael Amstutz, der für uns mit seiner stimmlichen Sicherheit ein echter Gewinn war. Jedenfalls wagte Stephan ein kühnes Experiment und machte uns den Vorschlag am Jodlerobig in Üezwil aufzutreten. Mit zwei, drei Jodellieder und unserem Gassenhauer, dem Kiosk. Ein wirkliches Wagnis, Stephan konnte ja nur verlieren. Bei der Hauptprobe kam es mir so vor, als dass uns einige eingefleischte Jodler schon sehr kritisch begutachteten. Aber das Programm war so gewählt, dass eigentlich alles gut kommen musste. Wir dürfen wohl zu recht sagen, dass unser erster so richtig grosser Auftritt sehr gut angekommen ist – danke Üezwil, danke Stephan.

Da sich der Schreiberling jetzt erst, nach beinahe acht Jahren wieder einmal hinsetzt und die Chronik weiterführt, ist natürlich nicht mehr alles so präsent. Natürlich hat das bei den letzten Zeilen noch niemand bemerkt, aber jetzt wird’s langsam kritisch mit der Chronologie. Darum verlasse ich diesen Fluss der Erzählungen und lasse einfach gewisse Vorkommnisse und Anekdoten so einfliessen wie sie mir gerade in den Sinn kommen

Das Üben fand eine Zeitlang bei Stephan zu Hause statt. Ursi musste also unsere teilweise noch unausgereiften Intonationen über sich ergehen lassen und hat wohl das eine oder andere Mal überlegt, warum sich Stephan das nun auch noch antun muss. Er war ja nur ein vielbeschäftigter Manager, Chorleiter, Schützenvorstandsmitglied, welcher auch noch gerne einmal in der Woche Fussball spielen wollte. Aber Stephan, ‚the man’ schaffte es sogar noch mit dem Chörli auf ein Weekend. Skifahren war angesagt und damit Ursi nicht schon wieder alleine war, kam sie doch kurzerhand mit. Ein Teil des Skiweekends verbrachten wir in Engelberg. Nur konnte man dem nicht Skifahren sagen sondern eher Pistensuchen im Nebelkleid. Jedenfalls war das für uns Skihasen kein geeignetes Wetter und wir suchten das Weite in der nahen Beiz. Nur Stephan und Ursi konnten es nicht lassen und wollten die Ultraviolettstrahlen der verhinderten Sonne geniessen. Braun wurden sie dabei aber nicht.

Wir wechselten dann am Abend auf den Gummen! Bei einem gemütlichen Abendessen, wo dann auch noch Toni, Michi und Karin dazu gestossen sind, stellten wir dann auch unsere Fähigkeit unter Beweis einem Gastwirt so richtig Freude zu Bereiten und ihm für seine Arbeit gehörig danke zu sagen – Nach dem Motto, sag nicht hundertmal wie gut es ist – iss einfach viel! Michi lebte diesem Motto auch noch beim Gummengeist nach und diese Geister waren am nächsten Morgen an diversen Orten noch zu sehen. Wobei man sagen muss, dass gewissen Geister sich irgendwie übertragen hatten – aber das lag wohl in der Familie, oder Joe? Jedenfalls gingen nicht alle bei herrlichstem Wetter auf die Bretter sondern versuchten, grundsätzlich einmal die Augen zu öffnen. Am Vorabend besuchte uns noch ein Kollege von Toni und Werni, ein alter Bekannter aus Amerika! den es ins Wirzweli verschlagen hatte, oder umgekehrt, – Koni kam auf Skier den Berghoch und genoss den Abend mit uns. Es sollte nicht das letzte Mal sein!

Eine weitere Episode aus dieser Zeit war das Singen mit Fränzeli! Da wir Stephan seine Arbeit ein wenig erleichtern wollten, entschlossen wir uns einen Kurs zu besuchen. Da nur Gutes gut genug ist, rief Toni kurzerhand Franz Stadelmann, den nicht ganz unbekannten Sänger aus dem schönen Entlebuch an und erklärte ihm, dass wir mit ihm üben möchten. Und wie das so ist, wenn Toni jemand ins Visier nimmt, sagte das Jodelurgestein zu und wir verabredeten uns in Werthenstein im alten Schulhaus zur Probe!

Fortsetzung folgt

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